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Auflaufen lassen

Ist Ihnen das auch schon passiert: Sie haben einen interessanten Typen bzw. eine attraktive Frau kennengelernt. Man hat Ihnen nicht nur über Stunden, sondern über Tage, wenn nicht gar Monate hinweg schöne Augen gemacht. Man hat mit Ihnen geflirtet bis auf Teufel-komm-Raus. Sie wollten oder konnten irgendwann einmal einfach nicht mehr warten und dann haben Sie sich endlich den entscheidenden Ruck gegeben und wollten wissen, was dahinter steckt und endlich in den Armen des/der Angebeteten liegen und Ihre Phantasien miteinander ausleben? Und dann bekamen Sie eine saftige Abfuhr! Einen wahrhaften Schlag in die Magengrube.

Das Objekt Ihres Interesses behauptete plötzlich, daß es ja alles „gar nicht so gemeint“ war, man einfach nur freundlich sein wollte und man überhaupt nie sexuelles Interesse an Ihnen gehabt hätte. In diesem Augenblick stürzt eine Welt für Sie zusammen! Wie konnten Sie sich bloss so täuschen? Waren Sie tatsächlich zu dumm, nicht zu merken, daß das Interesse der anderen Person einfach nur auf alltäglichen menschlichen Kontakt beschränkt war? Viele von uns fallen dann in ein tiefes Loch. Sie schämen sich, daß sie sich so täuschen konnten. Und sie glauben, daß auch nur ihnen so etwas passieren hat können, weil sie einfach die Zeichen „falsch gedeutet“ haben. Trösten Sie sich: nicht Sie haben sich getäuscht, sondern Sie wurden schlicht und einfach getäuscht. Wenn Sie nun glauben, daß es sich bei in die Irre geleiteten ausschliesslich um Männer handelt, dann liegen Sie allerdings falsch. Nicht nur Männer lassen sich an der Nase herumführen. Es gibt mittlerweile bereits viele Männer, die die „Kunst des Auflaufen Lassens“ mindestens ebenso gut beherrschen wie Frauen. Diese „Kunst“, die in Wirklichkeit keine Kunst ist, sondern sehr viel mit Menschenverachtung zu tun hat, ist allerdings unter Frauen noch immer weiter verbreitet, um das Selbstwertgefühl noch weiter aufzupolieren. Im ersten Schmerz einer solchen Situation werden Sie sich vermutlich von der Person, mit der Ihnen das passiert ist, komplett zurückziehen. Und das ist auch gut so! Später, mit etwas Distanz, werden Sie auch mit klarem Blick erkennen können: der „Fehler lag“ gar nicht bei mir! Man hatte mich offensichtlich mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln angelockt, um dann plötzlich zu rufen: „Ich bin unschuldig! Ich wollte doch gar nichts von Dir! Wie konntest Du das bloss jemals glauben!“ (Anm.: ein erwachsener Mensch benimmt sich hier plötzlich und unvermutet wie ein unschuldiges Kind und versetzt den anderen hiermit in die Lage eines „bösen Übeltäters“). Lesen Sie mehr .....

 

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